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KI in der Industrieautomatisierung: Jenseits des Hypes

Eine ehrliche Bestandsaufnahme: Wo KI in der Industrieautomatisierung heute echten Mehrwert liefert, wo noch Hype dominiert, und worauf Anlagenbetreiber sich konzentrieren sollten.

·12 Min. Lesezeit
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KI in der Industrieautomatisierung: Jenseits des Hypes

Der Markt für KI in der Fertigung soll von 2,3 Milliarden Dollar (2022) auf 16,3 Milliarden Dollar bis 2027 wachsen. Siemens und NVIDIA haben Anfang 2026 eine Partnerschaft für "KI-native Fabriken" angekündigt — Startpunkt ist das Siemens-Elektronikwerk in Erlangen. IDC prognostiziert, dass bis 2029 30 % der Fabriken softwarebasierte Automatisierungsplattformen nutzen werden.

Aber wenn Sie Werksleiter sind mit 15 S7-300-SPSen, einem PROFIBUS-Netzwerk aus 2004 und einem Instandhaltungsteam von vier Personen — was bedeutet "KI in der Fertigung" konkret für Sie heute?

Dieser Artikel trennt das, was KI heute kann, von dem was noch eine Konferenzfolie ist.

Was KI heute tatsächlich liefert (Erprobt, einsetzbar)

1. Vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance)

Was es tut: Analysiert Sensordaten (Vibration, Temperatur, Stromaufnahme, Zykluszeiten) um Geräteausfälle vorherzusagen.

Nachgewiesene Ergebnisse: 20–30 % weniger ungeplanter Stillstand in Fertigungsbetrieben.

Was Sie brauchen: Sensoren mit kontinuierlicher Datenerfassung, Datensammlungs-Infrastruktur, historische Ausfalldaten.

Realitätscheck: Funktioniert gut für rotierende Ausrüstung (Motoren, Pumpen, Kompressoren). Funktioniert schlecht für Zufallsausfälle. Legacy-SPS-Systeme haben meist keine Datenanbindung um ein KI-Modell zu füttern — ohne zusätzliche Hardware.

2. Visuelle Qualitätsprüfung

Was es tut: Kameras + KI-Bilderkennung erkennen Defekte schneller und konsistenter als menschliche Prüfer.

Nachgewiesene Ergebnisse: Fehlererkennungsraten über 99 % in der Automobil- und Elektronikfertigung.

Realitätscheck: Eine der reifsten KI-Anwendungen. Funktioniert hervorragend für Oberflächendefekte und Maßprüfungen. Umschulung nötig bei Produktwechsel.

3. SPS-Code-Analyse und Dokumentation

Was es tut: Große Sprachmodelle lesen SPS-Code (AWL, SCL, KOP) und erzeugen verständliche Dokumentation, erkennen Muster, erklären Logik.

Nachgewiesene Ergebnisse: Code der bisher Tage Expertenanalyse brauchte, wird in Minuten dokumentiert. Das ist kein Zukunftsversprechen — es ist das was PLCcheck Pro heute tut.

Was Sie brauchen: Die SPS-Programmdatei. Keine zusätzliche Hardware, keine Sensoren, keine Cloud.

Realitätscheck: Funktioniert am besten mit strukturiertem Code (SCL). AWL erfordert anspruchsvolleres Parsing, wird aber von modernen LLMs gut beherrscht. Ergebnis sollte immer von einem Ingenieur geprüft werden.

4. Energieoptimierung

Nachgewiesene Ergebnisse: 10–20 % Energiekostenreduktion in Anlagen mit frequenzgeregelten Antrieben, Kompressoren oder HLK-Systemen.

Realitätscheck: "Low-hanging fruit" aber braucht moderne Infrastruktur. Legacy-Anlagen benötigen erst Hardware-Upgrades.

Was KI verspricht aber noch nicht zuverlässig liefert

Vollautonome Produktion

Die Vision: Eine Fabrik die sich selbst steuert. Die Realität: KI kann Parameter innerhalb definierter Grenzen optimieren, aber kein Hersteller betreibt 2026 eine Produktionslinie ohne menschliche Aufsicht. Autonomes Scheduling nähert sich — IDC prognostiziert 40 % der Hersteller bis Ende 2026. Aber autonome Ausführung auf Maschinenebene ist noch Jahre entfernt.

"Selbstheilende" SPS-Programme

Die Vision: KI erkennt einen Logikfehler und behebt ihn automatisch. Die Realität: Kein Produktionssystem tut das heute. SPS-Codeänderungen in laufenden Systemen haben Sicherheitsimplikationen die menschliche Validierung erfordern. KI kann Änderungen vorschlagen (PLCcheck Pro tut das), aber ein Mensch muss sie freigeben.

Plug-and-Play KI für Altanlagen

Die Vision: Eine "KI-Box" neben die 1990er-SPS stellen und Industrie 4.0 bekommen. Die Realität: Legacy-Systeme haben keine Datenschnittstellen (kein Ethernet, kein OPC UA). Die "KI-Box" braucht Daten, und alte SPSen wurden nicht zum Teilen gebaut. Migration auf moderne SPSen mit Datenanbindung ist meist Voraussetzung, nicht Alternative zur KI-Adoption.

Wo PLCcheck Pro reinpasst

PLCcheck Pro ist eine KI-Anwendung die heute Wert liefert — nicht 2029:

Keine Infrastruktur nötig. Sie brauchen keine Sensoren, keine Cloud-Plattformen, keine Edge-Gateways. Sie brauchen Ihre SPS-Programmdatei. Das ist alles.

Löst ein echtes Problem. Undokumentierter SPS-Code ist ein konkretes, messbares Risiko (siehe Warum Ihr SPS-Code Ihr unterschätztestes Asset ist). PLCcheck Pro löst es direkt.

Funktioniert mit Altanlagen. PLCcheck Pro liest S5 AWL, S7 STL/AWL und SCL. Die SPS muss nirgendwo angeschlossen sein — Offline-Analyse des Codes.

Ergänzt Menschen, ersetzt sie nicht. PLCcheck Pro erklärt Code in verständlicher Sprache damit Ingenieure informierte Entscheidungen treffen. Es modifiziert keine laufenden Systeme eigenständig.

So sieht praktische KI in der Industrieautomatisierung aus: ein konkretes Problem, eine funktionierende Lösung, messbarer Wert.

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Was Werksleiter jetzt tun sollten

  1. Nicht auf "perfekte" KI warten. Die Technologie die heute Wert liefert ist reif genug zum Einsatz. Auf vollautonome Fabriken warten heißt unbegrenzt warten.

  2. Mit Datenanbindung anfangen. KI braucht Daten. Wenn Ihre SPSen keine Daten teilen können, die kritischsten Maschinen zuerst upgraden. Migration auf S7-1500 mit OPC UA ist Modernisierung UND KI-Vorbereitung in einem Schritt.

  3. Code dokumentieren. Jede KI-Initiative — von Predictive Maintenance bis Digital Twin — erfordert irgendwann das Verständnis Ihres SPS-Programms. Dokumentation ist das Fundament für alles andere.

  4. Skeptisch sein gegenüber Anbietern die "KI" ohne Spezifika verkaufen. Fragen: Welche Daten braucht es? Welches Problem löst es? Was ist der nachgewiesene ROI? Wenn die Antwort vage ist, ist das Produkt wahrscheinlich auch vage.

Häufig gestellte Fragen

Wird KI SPS-Programmierer ersetzen?

Nein. KI verändert was SPS-Programmierer tun — weniger Zeit undokumentierten Legacy-Code lesen, mehr Zeit Systeme entwerfen und optimieren. Die Nachfrage nach Automatisierungsingenieuren steigt, nicht sinkt.

Muss ich auf S7-1500 migrieren bevor ich KI nutze?

Kommt auf die Anwendung an. PLCcheck Pro funktioniert mit jedem Code inklusive S5. Anwendungen die Echtzeit-Produktionsdaten brauchen (Predictive Maintenance) erfordern typischerweise moderne SPSen mit Ethernet/OPC UA.

Realistischer ROI-Zeitrahmen für KI in der Fertigung?

Predictive Maintenance: 6–12 Monate. Qualitätsprüfung: 3–6 Monate. Code-Analyse (PLCcheck Pro): Sofort — Code hochladen, Dokumentation in Minuten.


Gepflegt von PLCcheck.ai. Letztes Update: März 2026. Keine Verbindung zu Siemens AG.

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