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S7-300/400 End-of-Life: Was Anlagenbetreiber jetzt planen müssen

Komplette Timeline für die Abkündigung der Siemens S7-300 und S7-400. Termine, Ersatzteilverfügbarkeit, Preisauswirkungen und ein praktischer Migrationsfahrplan für Anlagenbetreiber.

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S7-300/400 End-of-Life: Was Anlagenbetreiber jetzt planen müssen

Die Siemens SIMATIC S7-300 und ET 200M haben den Meilenstein PM410 (Abkündigung) am 1. Oktober 2025 erreicht. Neue S7-300-Komponenten können nicht mehr bei Siemens bestellt werden. Ersatzteile sind nur noch bis ca. Oktober 2033 garantiert. Danach hängt die Verfügbarkeit von Restbeständen zu Premiumpreisen ab. Die S7-400 folgt einem ähnlichen, leicht verlängerten Zeitplan. Das Migrationsziel für beide ist die S7-1500 mit TIA Portal.

Die offizielle Timeline

S7-300 / ET 200M

DatumMeilensteinBedeutung
1. Oktober 2023PM400 — Abkündigung angekündigtSiemens erklärt offiziell das Produktionsende. Keine Weiterentwicklung.
1. Oktober 2025PM410 — Ende regulärer LieferungenKeine Neubestellungen mehr für S7-300/ET 200M. Über 267 Baugruppen betroffen.
~Oktober 2033PM490 — Ende der ErsatzteilversorgungSiemens garantiert 10 Jahre Ersatzteile nach PM400. Danach keine garantierte Verfügbarkeit.

Was am 1. Oktober 2025 passierte: Über 267 einzelne S7-300- und ET 200M-Artikelnummern wechselten von "als Neuware bestellbar" zu "nur noch als Ersatzteil". Das bedeutet:

S7-400

Die S7-400 folgt einem leicht anderen Zeitplan wegen ihrer Verankerung in Hochverfügbarkeits-Prozessleitsystemen (insbesondere PCS 7):

StatusDetails
Aktuelle PhaseLaufender Phase-out, aber Verfügbarkeit über S7-300 hinaus verlängert
Siemens-Aussage"Verfügbarkeit über 2030 hinaus" für S7-400-Serie
ErsatzteileVoraussichtlich gleiche 10-Jahres-Regel nach PM400
MigrationszielS7-1500 (Standard) oder S7-1500 R/H (redundant, für PCS 7)

Preisauswirkungen: Was Sie erwarten müssen

Siemens folgt einem konsistenten Muster bei abgekündigten Produkten: Preise steigen progressiv in der Ersatzteilphase.

Basierend auf Erfahrungen aus früheren Abkündigungen (S5, ET200S):

PhaseErwartete Preisentwicklung
2023–2025 (PM400–PM410)Preise stabil oder leicht steigend (+5–15 %)
2025–2028 (frühe Ersatzteilphase)Moderater Anstieg (+20–50 %)
2028–2033 (späte Ersatzteilphase)Deutlicher Anstieg (+50–200 %) bei schrumpfenden Beständen
Nach 2033 (nach PM490)Nur noch Drittanbieter-Markt, 3–10× Originalpreis (gleiches Muster wie S5)

Was Sie jetzt tun sollten

Sofortmaßnahmen (2026):

  1. Alle S7-300-Hardware inventarisieren — Jede CPU, E/A-Baugruppe, Kommunikationsprozessor, Netzteil. Bestellnummern, Firmware-Versionen und Stückzahlen erfassen.
  2. Kritische Ersatzteile jetzt bevorraten — Bevor die Preise weiter steigen. Priorität: CPU-Module, Netzteile, meistgenutzte E/A-Baugruppen.
  3. Jedes Programm sichern — Verifizierte Offline-Kopien aller S7-300-Projekte in STEP 7 Classic.
  4. TIA-Portal-Bereitschaft prüfen — Haben Sie TIA-Portal-Lizenzen? Kennen Ihre Techniker TIA Portal?

Mittelfristige Planung (2026–2028):

  1. Migrationsfahrplan erstellen — Anlagen nach Kritikalität und Alter priorisieren. Die ältesten und kritischsten zuerst migrieren.
  2. S7-1500-CPUs auswählen — S7-300-CPUs den S7-1500-Äquivalenten zuordnen.
  3. Budget planen — Nutzen Sie unseren Migrationskostenrechner.
  4. Team schulen — TIA-Portal-Schulung falls noch nicht erfolgt.

Migrationsausführung (2027–2033):

  1. Phasenweise migrieren — Mit unkritischen Anlagen beginnen, um Erfahrung aufzubauen.
  2. TIA-Portal-Migrationswerkzeuge nutzen — TIA Portal enthält einen Projektmigrations-Assistenten für STEP 7 V5.x-Projekte.

S7-300 → S7-1500: Die technische Migration

Die S7-300→S7-1500-Migration ist deutlich einfacher als S5→S7:

Gleiche Programmiersprache: Beide nutzen STEP 7 / TIA Portal. AWL, KOP, FUP, SCL bleiben erhalten (AWL läuft im Emulationsmodus auf S7-1500).

TIA-Portal-Migrationsassistent: TIA Portal kann STEP 7 V5.x-Projekte direkt importieren. Der Assistent konvertiert Hardwarekonfiguration, Programmbausteine und Symboltabellen.

Kompatible E/A-Konzepte: S7-300 ET 200M-Dezentralperipherie migriert auf ET 200SP oder ET 200MP.

Wichtigste technische Herausforderungen:

Das Gesamtbild: Siemens-Lebenszyklus-Strategie

PlattformEingeführtPM400 (Abkündigung)PM490 (Ende Ersatzteile)
S51979~201030. September 2020
S7-30019941. Oktober 2023~Oktober 2033
S7-4001996Laufender Phase-out~2035+ (geschätzt)
S7-1200 (1. Gen.)20091. November 2026~2036
S7-15002013Aktiv — aktuelle PlattformNicht angekündigt

Die S7-1500 ist Siemens' aktuelle Flaggschiff-Plattform und wird noch viele Jahre unterstützt. Wer heute auf S7-1500 migriert, steht auf einer Plattform mit mindestens 10–15 Jahren garantiertem Support.

PLCcheck Pro kann Ihr S7-300-Programm analysieren und eine Migrationsbewertung erstellen — Bausteinverzeichnis, Komplexitätsanalyse und S7-1500-CPU-Empfehlung. Bewertung starten →

Häufig gestellte Fragen

Kann ich noch S7-300-Komponenten kaufen?

Nur noch als Ersatzteile, in begrenzten Mengen, zu steigenden Preisen. Reguläre Lieferungen endeten am 1. Oktober 2025.

Hört meine S7-300 nach 2033 auf zu funktionieren?

Nein. Die Hardware läuft weiter. Aber bei einem Bauteilausfall nach 2033 garantiert Siemens keine Ersatzteile mehr. Sie wären auf den Drittanbieter-Gebrauchtmarkt angewiesen — dieselbe Situation, die S5-Betreiber heute haben.

Ist TIA Portal abwärtskompatibel zu STEP 7 Classic?

Ja. TIA Portal enthält einen Migrationsassistenten für STEP 7 V5.x-Projekte. Die Konvertierung ist nicht immer perfekt (besonders bei komplexem AWL-Code), bewältigt aber den Großteil automatisch.

Soll ich auf S7-1500 oder S7-1200 migrieren?

S7-1500 für die meisten industriellen Anwendungen. Die S7-1200 unterstützt AWL überhaupt nicht. Wenn Ihr S7-300-Programm AWL verwendet, läuft es nur auf der S7-1500 (im Emulationsmodus).

Was ist mit der S7-1200 erste Generation?

Die erste Generation der S7-1200 wurde zum 1. November 2026 abgekündigt. Prüfen Sie ob Ihre spezifische CPU betroffen ist.


Gepflegt von PLCcheck.ai. Letztes Update: März 2026. Keine Verbindung zu Siemens AG.

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